Schutzkittel im Gesundheitswesen

Frau in OP Kleidung mit Schutzkittel und anderer Schutzausrüstung vor einer blauen Wand

Warum werden Schutzkittel benötigt?

Für medizinisches Fachpersonal gehören das Tragen von Schutzkitteln zum Alltag. Meist sind die diese dazu langärmlig und werden am Rücken verschlossen. Ähnlich wie medizinische Handschuhe oder Schutzmasken zählen Schutzkittel zur persönlichen Schutzausrüstung im Gesundheitswesen. Durch das Tragen können die Träger gegen biologische Gefahren, wie beispielsweise Blut, Bakterien oder Viren geschützt werden. Um dies gewährleisten zu können, müssen Schutzkittel entsprechend der DIN EN 14126 produziert werden.

Was ist die DIN EN 14126?

Die DIN EN 14126 regelt die Leistungsanforderungen und Prüfverfahren für Schutzkleidung gegen Infektionserreger. Dazu werden grundlegende Anforderungen an das Material festgelegt. Dazu gehören beispielsweise Anforderungen an Nähte und Verbindungen aber auch die Widerstandsfähigkeit gegen mechanische und chemische Beanspruchung. Sobald diese DIN-Norm zuverlässig erfüllt wird, kann garantiert werden, dass die Haut des Trägers vor unerwünschtem Kontakt mit biologischen Stoffen ausreichend geschützt wird. Um die Erfüllung der DIN EN 14126 sicherzustellen, werden bestimmte Prüfverfahren für Schutzkleidung vorgesehen. Folgende Prüfverfahren werden somit auch für Schutzkittel angewendet:

  • Penetrationstest mit künstlichem Blut: Der Schutzkittel wird dabei künstlichem Blut ausgesetzt überprüft, ob dieses durch den Schutzkittel durchgedrungen ist
  • Widerstand gegen Bakterien
  • Resistenz gegen Viren
  • Widerstand gegen Bio-Aerosole
  • Resistenz gegen kontaminierten Stau

Wie werden Kittel korrekt verwendet?

Wie auch bei medizinischen Handschuhen oder Schutzmasken kann ein ordnungsgemäßer Schutz nur gewährleistet werden, wenn die Schutzausrüstung korrekt genutzt wird. Dazu gilt es folgende Schritte zu beachten:

 

  1. Zunächst müssen die Hände desinfiziert und getrocknet werden
  2. Der Schutzkittel kann anschließend mit sauberen Händen entnommen werden
  3. Der Kittel wird von vorne angezogen, dabei sollte zuerst der eine, dann der andere Arm in den Schutzkittel schlüpfen
  4. Er sollte nach oben, über die Schultern gezogen werden
  5. Es muss kontrolliert werden, ob der Schutzkittel den gesamten Körper vom Hals bis zu den Knien und bis zum Handgelenk ausreichend bedeckt
  6. Der Kittel kann nun nach hinten über den Rücken gezogen werden
  7. Im Nacken- und Taillenbereich ist der Kittel zu schließen
  8. Einwegkittel müssen nach dem Gebrauch ohne Kontamination mit der Haut entsorgt werden
  9. Mehrwegkittel müssen zunächst ordnungsgemäß gewaschen und desinfiziert werden, bevor diese wieder genutzt werden können

Schutzkittel in der CORONA-Pandemie

Durch den raschen Anstieg der Nachfrage für Schutzausrüstung aufgrund der COVID-19 Pandemie, stoßen Krankenhäuser und Arztpraxen auch im Bereich der Kapazität von Schutzkitteln an ihre Grenzen. Im April berichteten bereits erste Krankenhäuser aus London, dass die wichtigen Schutzausrüstung auf den Intensivstationen für Ärzte und Pfleger nicht mehr in ausreichender Menge zu Verfügung stehen. Da es jedoch nicht möglich war kurzfristig genügend Schutzkittel herzustellen, genehmigten die Behörden auch die Verwendung anderer Kittel. Diese Entscheidung stieß auf Kritik, da dadurch Schutzkittel mit geringerer Qualität genutzt werden mussten und somit ein erhöhtes Ansteckungsrisiko entstand. Wie bei allen Schutzausrüstungen ist einem Mangel an medizinischen Ressourcen entgegenzuwirken, um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen und Menschenleben zu retten.