Beatmungsgeräte in der Medizin

Beatmungsgeräte im Einsatz während einer Operation, bedient von Fachpersonal in Schutzausrüstung

Warum sind Beatmungsgeräte so wichtig?

Beatmungsgeräte werden eingesetzt, sobald ein Patient oder eine Patientin sich nicht mehr eigenständig mit genügend Sauerstoff versorgen kann. Dabei wird zwischen assistierter und kontrollierter Beatmung unterschieden.

Solange ein Patient noch selbständig atmet, dabei jedoch nicht genügend Sauerstoff aufnehmen kann, kommt die assistierte Beatmung zum Einsatz. Durch diese Beatmungsmaßnahme wird die Eigenatmung des Patienten unterstützt.

Sobald ein Patient nicht mehr alleine atmen kann, muss die kontrollierte Atmung eingeleitet werden. Dabei wird der Patient in Narkose versetzt und das Beatmungsgerät übernimmt die gesamte Atemarbeit. Diese Geräte werden von elektrisch, elektromagnetisch oder pneumatischen Maschinen angetrieben. Dadurch kann das mit Sauerstoff angereicherte Atemgas dem Patienten zugeführt werden. Natürlich ist dem Patienten nur mit dem Einschalten der Geräte nicht geholfen. Für ein optimales Ergebnis müssen die Beatmungsgeräte durch geeignetes Fachpersonal und Intensivmediziner korrekt eingestellt und bedient werden.

Welche Arten gibt es?

Beatmungsgeräte werden anhand ihres Anwendungsgebietes unterteilt:

  • Transport-Beatmungsgeräte, kommen im Rettungsdienst zum Einsatz
  • Heim-Beatmungsgeräte, werden von Patienten verwendet, die krankheitsbedingt zeitweise keinen oder nicht genügend Sauerstoff aufnehmen können
  • Intensiv-Beatmungsgeräte, werden eingesetzt, wenn eine dauerhafte Beatmung notwendig ist

Welche Bedeutung haben die Beatmungsgeräte innerhalb der COVID-19 Pandemie?

Im Rahmen der COVID-19 Pandemie kann speziell den Intensiv-Beatmungsgeräten eine tragende Rolle zugeschrieben werden. In den meisten Fällen verlaufen COVID-19 Erkrankungen mit mildem oder mäßigem Krankheitsbild, bei dem die Patienten die Krankheit ohne unterstützende Beatmungsmaßnahmen überstehen. Für einige Patienten verläuft die Krankheit jedoch sehr schwer, wodurch einige Intensivstationen vor große Herausforderungen gestellt werden. Häufig werden die Patienten in Bauchlage gebracht und in dieser Position mit Hilfe der Beatmungsgeräte künstlich beatmet. Durch die Bauchlage des Patienten verringert sich der Druck auf die Lunge, wodurch eine bessere Sauerstoffversorgung für den Patienten ermöglicht werden kann.

Gezeichneter Krankenwagen mit einem roten Kreuz in der Mitte

Zahlen, Daten, Fakten

Anfang April 2020 wurde durch das Institut ICNARC aus Großbritannien ermittelt, dass COVID-19 Patienten, die zwingend auf Beatmungsgeräte angewiesen sind, ein erhöhtes Risiko aufweisen, an der Krankheit zu sterben. Die Daten zeigen, dass nur etwa jeder dritte künstlich beatmete Patient die Krankheit überlebte und aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte. Außerdem analysierte die Ludwig-Maximilian-Universität in München die Daten von 36 Patienten. Dabei konnte ermittelt werden, dass die an COVID-19 erkrankten Patienten, die auf Beatmungsgeräte angewiesen waren, durchschnittlich 62 Jahre alt sind. Die Beatmungsdauer bei diesen Patienten lag im Mittel bei sieben Tagen.

Auch wenn die meisten Patienten ohne jegliche Beatmungsmaßnahmen auskommen, sind trotzdem viele Patienten auf diese angewiesen. Beispielsweise musste in Italien zu Beginn der Krise etwa jeder zehnte COVID-19 Patient künstlich beatmet werden.

Dieser rasante und enorme Anstieg der Nachfrage an Beatmungsgeräten führt in vielen Länder dazu, dass Erkrankte nicht ausreichend behandelt werden können. Kapamonitor kann diesen Mangel entgegenwirken, wodurch zahlreiche Menschenleben gerettet werden können. Mit Hilfe von Kapamonitor können kurzfristig produzierte Beatmungsgeräte genau dort hingebracht werden, wo sie am dringendsten benötigt werden. Die Anzahl bestätigter Corona-Fälle je Bundesland stellt das Robert Koch Institut auf ihrer Internetseite tagesaktuell zur Verfügung.